Parteien 1.9
Markus Beckendahl und Falk Lücke haben sich hingesetzt, haben gezählt und Diagramme gezeichnet. Herausgekommen ist eine solide Beschreibung der Aktivitäten und der Sichbarkeit von deutschen Bundestagsparteien, deren Spitzenpolitikern und deren Jugendorganisationen im Web 2.0.
Der Befund
“Die Parteien sind zurückhaltend…”
hat jeder wohl schon irgendwie erahnt. Neu ist aber die Datenbasis.
Und auch wenn ich folgendem Satz uneingeschränkt zustimmen würde
Angesichts der notwendigen Zeiträume zur Etablierung von Onlineaktivitäten sind die Parteien eigentlich angehalten, möglichst bald mit dem Gebrauch der neuen Möglichkeiten ernsthaft zu beginnen, so sie sich wahlkampfstrategisch für ein Onlineengagement entscheiden möchten.
interpretiere ich das Ergebnis der Studie allerdings nicht in dieser Form:
…angesichts des unklaren Effektes und der unklaren Notwendigkeit des e-Campaignings. Politiker aller Couleur bezweifeln die Sinnhaftigkeit des Investments in die vor allem zeitaufwändigen Onlineaktivitäten.
Ausnahmslos alle Parteizentralen sind derzeit mit Sicherheit am ausloten und vorbereiten. Und ich gehe davon aus, dass keine der Parteien das Medium Internet vernachlässigt. Da ist mir nicht bange. (vielleicht ist an der Stelle aber auch der Wunsch Vater des Gedankens).
Mangelnde Aktivität lässt sich sicher eher an politischen Faktoren festmachen:
- ungeklärte innerparteiliche Fragen
- Große Koalition
- schlecht aufgestellte Opposition
- Diskussion um Koalitionsoptionen
Es fehlen zudem die Aktivitäten, die Parteizentralen organisieren, die allerdings dezentral laufen (z.B. meine-spd.net) und das hier:
Die aktuelle Bestandsaufnahme kündet jedoch vor allem von einem: Politik findet im Web 2.0 wenn überhaupt, dann nur jenseits der Aktivitäten von Parteien und Politikern statt.
finde ich einen äusserst positiven, fast schon amerikanischen Ansatz. Dort leben die Kampagnen wesentlich von den Aktivitäten, die um die Kandidaten herum passieren, weniger von den zentral gesteuerten Dingen. Vielleicht wäre eine Evaluation an der Stelle ja eine Aufgabe für die Folgestudie.
Wer die Studie in Gänze lesen möchte kann sie bei netzpolitik.org herunterladen (.pdf-Datei).



01.07.2008 um 16:49Uhr
Das “n” haben mir meine Lehrer auch immer unnötig geschenkt.
01.07.2008 um 16:54Uhr
oha. Lehrerhaft wollte ich jetzt aber nicht…:) ist korrigiert. Mir hat man früher immer ein ‘t’ geschenkt.
02.07.2008 um 12:25Uhr
Eine aktuelle Studie zum politischen Web 2.0…
Auf Netzpolitik.org wird das Ergebnis einer Kurzstudie zur Nutzung des Web 2.0 durch die deutschen Parteien und “Spitzenpolitiker” vorgestellt. Der Schwerpunkt wird dabei auf die Nutzung der bekannten SocialMedia-Dienste gesetzt und in der …